Republik Kongo

Die Entwicklung der Telekommunikation im Kongo

Länder mit schlechter Infrastruktur und mangelnder Entwicklung hatten früher in erster Linie ein zentrales Problem: Verkehr und Kommunikation erforderten besonderen Aufwand, denn auf schlechten Straßen gelangte man nur langsam von einem Ort zum anderen und die reibungslose Telekommunikation über Landleitungen funktioniert nur mit einem dementsprechend ausgebauten Netz von Leitungen. Die Natur macht das aber nicht immer so leicht, wie man es aus europäischen Ländern kennt.

Leitungen durch den Dschungel

Die belgischen Kolonialherren im Kongo, damals Belgisch-Kongo, scheuten in ihren Bemühungen, die Infrastruktur des Landes auszubauen, weder Kosten noch Mühen. Die umfangreichen Arbeiten und Baumaßnahmen kosteten dabei meist die Mühe der Einheimischen und diese mühten sich auf Kosten der eigenen Gesundheit für die kolonialen Herrscher. In relativ kurzer Zeit konnten in mörderischer Sklavenarbeit und unter dem Drill und der Disziplinierung der Belgier Eisenbahnlinien und Straßen sowie infrastrukturelle Einrichtungen wie Elektrizitäts- und Wasserwerke errichtet werden. Ziel all dieser Erschließungen war die äußerst ertragreiche „Ernte“ von Bodenschätzen, damals hauptsächlich Kautschuk und Kupfer, die das Land zunächst aufblühen ließen und auch dem ersten Regime nach der Unabhängigkeit im Jahre 1960 einen gut gefüllten Staatshaushalt überließen. Das Rohmaterial und der Export war durch die Eisenbahn und ein recht gutes Straßennetz gewährleistet. Doch während man in Europa schon mittels moderner Telefonanlage kommunizieren konnte, erwies sich die Überlandleitung im Dschungel des Kongo als zu störungsanfällig, so dass sich die wichtigen Leute im Staat mittels anderer Technik miteinander verbinden ließen.

Ihre Batterie ist fast leer

Die folgenden Jahre wurden zur Hochzeit für das Satellitentelefon. Jeder, der etwas auf sich hielt, besaß eines. Damals waren die Modelle noch riesig, wer eines oder gleich mehrere besaß, musste eine Aktentasche oder einen Koffer mit sich führen, um die fast radiogroßen Geräte von einem Ort zum anderen bringen zu können. Grund für den Besitz von gleich mehrerern Geräte war die geringe Leistungsfähigkeit der Akkus in dieser Zeit. In den Jahren des Regimes Mobutu, der sich an den Schätzen des Landes bereicherte, bis die Infrastruktur durch Vernachlässigung zerfallen und der Verwaltungsapparat vollständig korrumpiert wurde, fiel die Wirtschaft auseinander und das finanzielle System des Landes kam dem Kollaps immer näher. Die wohl bekannte Anzeige auf den Displays der Satellitentelefone wurde zum Synonym für den Zustand des Landes. “Low Batt” wurde sogar französisiert und wurde bald zu einem feststehenden Begriff, um eine prekäre Lage zu beschreiben: Lobatt!

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