Globale Gesundheit im Fokus der World Health Summit 2010 in Berlin
Im Bereich Gesundheit wächst die Kluft zwischen Arm und Reich seit Jahren kontinuierlich auseinander. Ein dringliches Thema, dessen globale Ausmaße auch auf dem zweiten internationalen Treffen der Medizinakteure in Berlin besprochen wurde. Ein Lichtblick für die Kinder des Kongo.
Gesundheitliche Ungleichheit im Gesundheitswesen ist längst ein globales Phänomen, dem sich die Weltgesundheitsorganisation in Dokumentationen widmet. Risikovermeidung, allgemeine Gesundheitsförderung und Empfehlungen für den Alltag, aber vor allem gesundheitliche Regelversorgung und relevante Ansprechpartner, sowie speziell für die Kinderheilkunde gilt es im globalen Spannungsfeld zwischen armen und reichen Ländern zu bewältigen.
Die Akteure des World Health Summit
Unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel und des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sakozy treffen sich führende medizinische Fakultäten und Partner aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft in einem internationalen Netzwerk. Die Treffen werden von der Berliner Charité und der M8 Alliance of Academic Health Centers and Medical Universities organisiert. Wissenschaftliche, politische und ökonomische Faktoren bestimmen die Fragestellungen in diesem 2009 gegründeten Exzellenzforum der M8 Allianz. Ziel der Kooperationen ist es, medizinischen Fortschritt in einem globalen Referenzrahmen voranzutreiben und den globalen Anforderungen anzupassen.
Schwerpunkte im diesem Jahr
Zu den Schwerpunkten in diesem Jahr zählten die Senkung der Kindersterblichkeit und die Gesundheitsverbesserung der Mütter als Entwicklungsziele – tröstende Kinderpflaster für den Nachwuchs des afrikanischen Kontinents. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) will außerdem in den nächsten vier Jahren ihrer Forschungsförderung besonderes Augenmerk auf die Entwicklung sogenannter armutsbedingter Krankheiten legen. 20 Millionen Euro will man für dieses Budget bereitstellen, denn dieser Bereich wird von wirtschaftlich abhängiger Forschung sonst leider vernachlässigt. Prävention, Diagnose, Behandlungsmethoden und Impfstoffe will man so in gemeinsam wachsender Verantwortung für ein globales 21. Jahrhundert langfristig und nachhaltig weiterentwickeln. Chronische Krankheiten in Industrie- und Entwicklungsländern, Infektionskrankheiten, aber auch die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit standen auf der Tagesordnung dieser Gespräche. Die Entwicklung und Finanzierung der Gesundheitssystem müssen gemeinsam gewährleistet werden, damit medizinische Innovationsprozesse optimiert werden können und mittelfristig auch Forschungskapazitäten in den einkommensschwachen Ländern realisiert werden können. Wirksame Maßnahme müssen ausgemacht werden, um zukünftigen Zugang zur Gesundheitsversorgung auch in strukturschwachen Gebieten zu gewährleisten.
Folgen für die Zukunft
Innovative Lösungen und technologische Weiterentwicklung bedürfen, hinsichtlich Evaluation und Implementierung, regionaler Anpassungen an die jeweiligen Ressourcen eines Landes, um das Gesundheitsniveau auch bei limitierenden Faktoren qualitativ und produktiv sicherstellen zu können.
Die Folgen des Klimawandels lassen sich schwerlich global voraussagen, dennoch gehen die Experten zumindest von einem Wandel bisheriger Lebensräume und dem Anstieg von Infektionskrankheiten aus und fordern einen besseren Austausch von Wissen zwischen den einzelnen wissenschaftlichen Disziplinen und Forschungsansätzen.