Auf Lumumbas Spuren
Wenige dem Kongo entstammende Politiker haben im kollektiven Gedächtnis der Welt einen so bleibenden Eindruck hinterlassen wie Patrice Lumumba. Der Philosoph Jean-Paul Sartre reagierte auf den Tod des wegweisenden kongolesischen Staatsmannes mit dem folgenden Zitat: „Seit Lumumba tot ist, hört er auf, eine Person zu sein. Er wird zu ganz Afrika.“
Ein Mann schreibt Geschichte
Es ist schade, dass Lumumba in letzter Zeit ein wenig in Vergessenheit gerät. Viele Menschen denken bei diesem Namen wohl zuerst an den gleichnamigen Cocktail. Das alkoholhaltige Mischgetränk ist auch tatsächlich nach dem Kongolesen, der 1960 aus politischen Gründen ermordet wurde, benannt. Auf den Spuren von Patrice Lumumba, dem ersten und wohl bekanntesten Ministerpräsidenten des unabhängigen Kongo, erfährt man den Kongo mit ganz anderen Augen. In vielen Ländern Afrikas besitzt er noch heute Kultstatus und der Kongo ist auch im Jahre 2011 noch maßgeblich durch Patrice Lumumba geprägt. Wer über Seiten wie www.umfulana.de eine Reise nach Afrika bucht, sollte die wichtigsten Fakten über Lumumba verinnerlicht haben, um sich auf dem schwarzen Kontinent nicht zu blamieren. Die Art, wie er Kontakte mit dem Ausland knüpfte und das Gesicht Afrikas veränderte, wird für immer unvergessen bleiben. Ob man mittels einer Seefahrt an den westlichsten Zipfel des Kongos gelangt, der sich zum Wasser hin zu strecken scheint, oder ob man sich im Osten des Landes durch das Dickicht schlägt – Lumumba ist allgegenwärtig. Dabei begann die politische Laufbahn des großen Reformers eher bescheiden. Sein eigentlicher Geburtsname lautet Tasumbu Tawosa. Den Namen Lumumba bekam er erst später durch seine Anhänger verliehen. Er bedeutet so viel wie „aufrührerische Massen“. Wegen seines aufmüpfigen Verhaltens musste er die Schule bereits recht früh verlassen, aber trotzdem konnte er in Stanleyville eine Laufbahn bei der Post beginnen. Hier bekam seine weiße Weste die ersten Flecken zu bekommen und er musste wegen Veruntreuung eine Gefängnisstrafe absitzen. Im Jahre 1951 heiratete er seine Freundin Pauline, mit der er zwei Söhne in die Welt setzte. Sieben Jahre später war er einer der Gründer der für die Unabhängigkeit des Kongo eintretenden Partei „Mouvement National Congolais“, die das Privileg innehatte, die einzige Partei des Kongos zu sein und sich somit in sämtlichen Landesteilen verankern zu können. Innerhalb der Partei nahm er schon bald eine führende Position ein und im Oktober 1959 wurde er als Wortführer der Unabhängigkeitsbewegung verhaftet, gefoltert und erst im Januar des Folgejahres wieder in die Freiheit entlassen. Viele wurden so auf ihn aufmerksam und seine politische Laufbahn und die spätere Karriere als Ministerpräsident des unabhängigen Kongo wurden so begründet.
Lumumba – der Film
Natürlich wurde das Leben Lumumbas auch als Film umgesetzt. Raoul Peck, der sich auch für den fabelhaften „Als das Morden begann“ verantwortlich zeichnet, setzte Lumumba mit dem gleichnamigen Film ein cineastisches Denkmal. Bereits im Jahr 1992 nährte er sich mit seinem Dokumentarfilm „Lumumba: La mort du prophète“ dem Stoff an.